230 TSD EUR für Flüchtlingsprojekt statt Hilfe für Depressionsleidende: Altparteien lehnen alternatives Förderkonzept der Allianz ab/ keine inhaltliche Auseinandersetzung

Der von der Allianz für Aachen eingebrachte Antrag mit dem Ziel einer alternativen Fördermittelvergabe von Stiftungsmitteln wurde in der gestrigen Ratssitzung nicht in den Ausschuss verwiesen und ohne vorgängige Prüfung direkt abgelehnt. Die unübliche Vorgehensweise erfolgte ohne Begründung. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Antrag der Allianz erfolgte ebenfalls nicht.

Mit ihrem Antrag hatte die Ratsgruppe eine alternative Verwendung von vakanten Fördermitteln angeregt. Die derzeit für das Flüchtlingsintegrationsprojekt „FinQua“ veranschlagten 230 TSD EUR sollten nach dem Vorschlag von AfD-Ratsherr Markus Mohr und seinem Ratskollegen Wolfgang Palm Projekten zur Unterstützung psychisch kranker Menschen zu Gute kommen.

Ratsherr Markus Mohr: Das Projekt „FinQua“ ist grundsätzlich verfehlt und nicht förderungswürdig

Die Neuausschreibung der Fördermittel begründeten die beiden Ratsherren mit der verfehlten Zielsetzung, den abstrusen operativen Strategien sowie der strukturelle Überflüssigkeit des Projekts „FinQua“. So sei die laut Projektbeschreibung verfolgte Absicht, Geduldete und Asylforderer mit laufenden Verfahren mit einer Eingliederung in den Deutschen Arbeitsmarkt vertraut zu machen, insbesondere vor dem Hintergrund der in Aachen überdurchschnittlichen Arbeitslosigkeit und Jugendarmut, verfehlt und nicht förderungswürdig. Ebenfalls zeichneten Mohr und Palm nach, wie die Initiatoren auf eine tragfähige und konkrete Beschreibung der operativen Gestaltung verzichten und die inhaltliche Dürftigkeit mit nebulösen Formulierungen und einer sentimentalen sozial-karitativen Grundstimmung zu überspannen versuchten. Unter Aufrufung der namhaftesten Akteure, hoben die beiden Ratsherren weiterhin hervor, daß es in Aachen bereits eine breite Fürsorgeinfrastruktur für „Flüchtlinge“ gebe, deren bestehendes Leistungsspektrum die im Rahmen von „FinQua“ anvisierten Angebote vollumfänglich abdecke.

Abgelehntes Förderkonzept der Allianz: Hilfsangebot für akute Depressionsleiden

Statt der Mittelvergabe an „FinQua“ wollte die Allianz für Aachen die Fördermittel mit dem Ziel der Förderung von Projekten zur Unterstützung depressiv erkrankter Menschen neu ausschreiben. Hierfür brachte die Allianz den Verein Psychologie und Gesundheit Aachen e.V. ins Gespräch, welcher einen Bereitschaftsdienst für Menschen mit akuten psychischen Leiden unterhält.

Die Ratsherren verwiesen dabei auf die durchschnittlich monatelangen Wartezeiten auf einen ambulanten Psychotherapieplatz und die damit einhergehenden Risiken für Betroffene und Kosten für die Gesundheitssysteme. Da Menschen mit akuten psychischen Leiden aufgrund der schlechten Versorgungslage mit Psychotherapeuten gezwungen seien sich direkt an Krankenhäuser zu wenden, würden diese zunehmend belastet, bzw. überlastet, wie dies auch die Erfahrungen im Aachener Uniklinikum zeigten, so Mohr und Palm.

Mit der Ausweitung des Krisendienstes des Vereins Psychologie und Gesundheit e.V. wollte die Allianz für Aachen ein sofortiges Hilfsangebot und eine tragfähige Überbrückungsstruktur für akut depressiv Leidende während längerer Therapiewartezeiten einrichten.

Lesen Sie hier den Beitrag zur Vorstellung des Antrags.

Hier finden Sie den abgelehnten Antrag der Allianz für Aachen.