Dem 17. Juni 1953 würdig gedenken – Patriotische Kräfte legen Resolution vor

Dem 17. Juni 1953 würdig gedenken – Patriotische Kräfte legen Resolution vor

Die patriotischen Kräfte im Rat der Stadt wollen dem Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 einen würdigen Platz in der nationalen Erinnerungskultur einräumen.

Per Antrag fordern die AfD-Ratsherren Markus Mohr, Sascha Mohr und ihr Ratskollege Wolfgang Palm den Rat der Stadt zur Verabschiedung einer Erklärung zum Jahrestag des Volksaufstandes auf.

Der 17. Juni 1953 sei ein gesamtdeutscher Schicksalstag. Obgleich der Aufstand nicht von Erfolg beschieden, sei der Wille zur Freiheit und zur Einheit Deutschlands auch im »real existierenden Sozialismus« lebendig geblieben. Der Geist des »17. Juni« sollte im Jahr 1989 schließlich zum Durchbruch kommen und die Wende einleiten, schreiben die Ratsherren.

Die deutsche Wiedervereinigung sei ohne den 17. Juni 1953 nicht denkbar. Mit der vorgelegten Erklärung werde der Volksaufstand in der DDR in seiner historischen Bedeutung für den weiteren Verlauf der deutschen Geschichte angemessen gewürdigt, heißt es in der Antragsbegründung.

Lesen Sie hier die »Erklärung des Rats zum Jahrestag des Volksaufstandes in der DDR am 17. Juni 1953« im Wortlaut:

Am 17. Juni 2020 gedenken wir des 67. Jahrestages des Volksaufstandes in der DDR.

Innerhalb weniger Tage mündete die Unzufriedenheit über desolate Lebens- und Arbeitsbedingungen in eine breite Protestbewegung, die die ganze sowjetische Besatzungszone erfasste.

In mehr als 700 Städten schlossen sich über eine Million Menschen aus allen Teilen des Volkes den Forderungen nach einem guten Leben in Freiheit und Demokratie in einem wiedervereinigten Deutschland an.

Der 17. Juni 1953 war zugleich Höhepunkt und Wendepunkt dieser Erhebung gegen die sozialistische SED-Diktatur. Sowjetische Panzer und Divisionen bezogen Stellung, sozialistische Gendarmerie prügelte und schoss auf Demonstranten. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen. Mindestens 55 Menschen fanden den Tod.

Wieder Herr der Lage griff das SED-Regime rigoros gegen Dissidenten durch. Es folgten Zuchthaus, Gefängnis und Repressionen für tausende Menschen. Eine Massenflucht aus dem »Sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat« setzte ein. Bis zum Bau der Mauer im Jahr 1961 sollten es noch über zwei Millionen »Republikflüchtige« sein, die auf der Suche nach Freiheit ihre Heimat hinter sich ließen.

Der Volksaufstand des 17. Juni 1953 war nicht von Erfolg beschieden. Der Ruf nach Freiheit erstickte und das Joch der sozialistischen Diktatur sollte noch fast vier Jahrzehnte währen.

Der Rat der Stadt Aachen verneigt sich vor den Menschen des Volksaufstandes in der DDR. Wir verneigen uns vor jenen, die dabei ihr Leben ließen, Folter, Gefängnis und andere Repressionen ausgesetzt waren. Wir verneigen uns vor dem Mut und der Opferbereitschaft, einem totalitären System die Stirn zu bieten und für die Freiheit des Deutschen Volkes einzustehen.

Heute erkennen wir den inneren Zusammenhang, der den 17. Juni 1953 und den 03. Oktober 1990 miteinander verbindet. Was am »17. Juni« begann, wurde am »03. Oktober« vollendet: Die Überwindung des Kommunismus und die Wiedervereinigung West- und Mitteldeutschlands.

Der Rat der Stadt Aachen anerkennt den 17. Juni 1953 als ein herausragendes Datum der deutschen Geschichte. Wir stehen ein, für eine angemessene Würdigung dieses Datums; für eine Würdigung der Lebensleistungen- und Erfahrungen jener Deutschen, deren unerschrockener Freiheitswille zu allen Zeiten beispielgebend sein möge.

 

Den Antrag zum Gedenken des Volksaufstandes vom 17. Juni 1953 finden Sie hier.