„Keine KiTa an der Welschen Mühle“ – Bürgerforum entspricht AfA-Forderung nach Standortoptimierung/ Aachener Kommunalpolitiker ziehen nach

Quelle: openstreetmap.de

Per Ratsantrag forderte die Allianz für Aachen Anfang Januar dieses Jahres eine Revision des KiTa-Bauvorhabens an der Welschen Mühle und die Fortsetzung der Ermittlung eines geeigneten Standortes. Nur wenige Tage später wurde dieser Forderung in der Sitzung des Bürgerforums überraschend entsprochen – zahlreiche kommunalpolitische Vertreter und Verantwortungsträger ziehen nun nach. Ein alternativer Standort wird immer wahrscheinlicher.

In ihrem Antrag führte die Allianz aus, daß die Wiesenflächen an der Welschen Mühle für die Anwohner ein wichtiger Naherholungsbereich und ein integraler Bestandteil des Viertels seien. Das Gelände werde von Spaziergänger, Kindern und Hundebesitzern intensiv genutzt. Eine Bebauung senke die Lebensqualität vor Ort weiter ab. Auch infolge der zu erwartenden Zusatzbelastung der Verkehrssituation durch das Bringen und Abholen der planmäßig über einhundert Kinder.

Die Ratsgruppe kritisierte zudem, daß der Beschluß zur Bebauung voreilig und ohne die erforderliche Detailprüfung gefasst wurde. Hinzu komme, daß es vor Ort auch keinen wirklichen Bedarf an KiTa-Plätzen gebe, da die „Versorgungsquote“ bereits hoch genug sei.

Der AfD-Ratsherr und sein Ratskollege Wolfgang Palm gaben in diesem Zusammenhang auch grundsätzlich zu bedenken, daß die Anvisierung von lückenloser 100-Prozent-Versorgung eine Vergesellschaftung und damit eine Erodierung der familiären Gemeinschaft bedeute. Liebe, Zuneigung und Vertrauen würden primär in der Familie vermittelt und nicht in einer staatlich gesteuerten Kinderverwahrinfrastruktur, so Mohr und Palm.

Schließlich griffen die beiden Ratsherren Anregungen von bebauungskritischen Anwohnern der Welschen Mühle auf und empfahlen in ihrem Antrag eine alternative Standortlösung anzuvisieren.

In der zurückliegenden Sitzung des Bürgerforums wurde der Beschluß gefasst, dem Kinder- und Jugendausschuss eine Prüfung anderer Standorte zu empfehlen. Von einem Grundstück am Burghöhenweg ist konkret die Rede.

Während der von Mohr und Palm als unzureichend kritisierten bisherigen Standortsuche wurde das besagte Grundstück seitens der Stadtverwaltung ohne ersichtliche Gründe nicht geprüft. Das Bauvorhaben an der Welschen Mühle verlor damit weiter an Kredit. Vertreter und Verantwortungsträger aller Fraktionen im Rat lenkten noch während der Sitzung ein [1]. Die Wahl eines alternativen Standortes – im Sinne des Antrags der Allianz für Aachen – wird damit immer wahrscheinlicher.

 

Lesen Sie hier den Antrag der Allianz für Aachen.

Quellen

[1] Czempas, Werner 2019. Der Hilferuf hat sich gelohnt. Aachener Zeitung vom 23.01.2019, S. 17.

Titelbild: openstreetmap.de