Was die Aachener Zeitung nicht druckt: Leserbrief von Markus Mohr vom 21.07.2017

Der Ratsantrag meines Ratskollegen Wolfgang Palm und mir zum Essensverbot während Sitzungen des Rats fand in Ihrer Zeitung vergleichsweise große Beachtung. Keiner der fünfzehn thematisch breit gefächerten Anträge unserer Ratsgruppe allein aus diesem Jahr konnte in Ihrer Zeitung derart Resonanz erzielen. Allerdings beschränkte sich Ihre Auseinandersetzung mit dem besagten Antrag lediglich auf etwas Spott und ein paar herablassende Gesten. Anscheinend folgt Ihre Selektion und Relevanzzuweisung unserer politischen Arbeit nicht Ihrem öffentlichen Informationsauftrag, sondern einem politisch motivierten Denunziationsinteresse. Unsere Gestaltungsvorschläge in den Bereichen Tierschutz, Wohnen, Drogenprävention, Asyl und Sicherheit sind in Ihrer Zeitung bislang unerwähnt geblieben. Vor dem Hintergrund dieser Verschwiegenheit ist es verwunderlich, daß ein Redakteur Ihrer Zeitung findet, daß man „im Fall der Allianz für Aachen […] so wenig hört“. Als Teil des Aachener Zeitungsverlags, welcher besonders privilegierten Anteil an der Herstellung von Öffentlichkeit hat, entscheidet sich in Ihrer Redaktion, von wem was „zu hören“ ist. Und so fiel in unserem Fall die Entscheidung nicht auf unsere inhaltlichen Schwerpunkte, sondern auf einen eher untergeordneten, aber dennoch angemessenen Antrag zur Unsitte des Essens im höchsten Aachener Verwaltungsorgan – dem Rat der Stadt. Diese unverhältnismäßige und interessengeleitete Fokussierung auf Randgebiete unserer politischen Arbeit erzeugt ein Zerrbild, das unserer vielseitigen und regen Betätigung im Stadtrat keineswegs gerecht wird. Zu einer fairen und ausgewogenen Berichterstattung gehört, daß Ihre Zeitung die politischen Ereignisse und Vorgänge in Aachen in der gesamten Bandbreite reflektiert.